Schwesig dankt Beschäftigten in Land- und Ernährungswirtschaft

Auf einem Empfang zum Erntedank im Schweriner Schloss hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Sonntag den in Land- und Ernährungswirtschaft tätigen Menschen gedankt. «Gerade in diesem Jahr können wir nicht oft genug Danke sagen», sagte die Regierungschefin. «Es gab viel Unsicherheit und Sorgen, die Versorgung der Bevölkerung war aber nie in Gefahr.»


Die Landwirte hätten mit schwierigen Witterungsbedingungen kämpfen müssen. Dennoch sei die Ernte, wenn auch regional unterschiedlich, für viele Betriebe besser ausgefallen als in den Vorjahren, sagte Schwesig auf dem Empfang nach dem Erntedank-Gottesdienst im Schweriner Dom. Das in Dobbertin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) geplante Landeserntedankfest musste coronabedingt ausfallen.


Es werde 2021 in Dobbertin nachgeholt, versicherte Agrarminister Till Backhaus (SPD). Zugleich mahnte er, Umwelt- und Klimaschutz ernst zu nehmen und die Ökologisierung der Landwirtschaft umzusetzen. «Lebensmittel sind nicht selbstverständlich», betonte er. Laut Ministerium wird in deutschen Haushalten jedes achte Lebensmittel weggeworfen. «Das ein respektloser Umgang, den jeder von uns hinterfragen sollte. Aber nicht nur gegenüber den Tieren ist es respektlos, es werden zudem wertvolle Ressourcen verschwendet», sagte Backhaus.


2020 hätten viele Landwirte um eine wenigstens durchschnittliche Ernte gebangt, sagte der Minister. Die vergangenen drei Jahre seien zu trocken gewesen - wohl ein Zeichen des Klimawandels. Die Landwirte müssten sich darauf einstellen, die Landesregierung werde sie dabei unterstützen, kündigte er an.


Als neue Gefahr kommt nun die Afrikanische Schweinepest dazu. Von einem Tag auf den anderen habe sich nicht nur die Gefahr einer Ausbreitung der Krankheit erhöht, die Auszahlungspreise hätten auch gleich nachgegeben und seien schon jetzt auf einem Niveau, auf dem sich die Produktion kaum lohne, sagte Backhaus. «Ich hoffe, dass uns der ganz große Unglücksfall eines befallenen Betriebes erspart bleibt, denn die negativen Auswirkungen sind so schon heftig genug.»


Trotz der Trockenheit lagen laut Ministerium die Getreideerträge um 2,6 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre. Beim Winterweizen als wichtigster Kultur war es ein Plus von 5 Prozent. Die Anbaufläche sank im Vergleich zu 2019 um neun Prozent auf gut 304 000 Hektar. Auch beim Winterraps, der zweitwichtigsten Feldfrucht mit einer Anbaufläche von aktuell 178 800 Hektar, gab es ebenfalls überdurchschnittliche Erträge. Einen Zuwachs von vier Prozent gab es bei der Sommergerste.


Die Kartoffelernte bleibt dagegen ersten Berechnungen zufolge sechs Prozent hinter den Erträgen der Vorjahre zurück. Beim Roggen, der mit fast 70 000 Hektar Anbaufläche drittstärksten Kultur im Land, lagen die Erträge knapp drei Prozent unter denen der Vorjahre. Beim Hafer liegen die Erträge ebenfalls unter dem Durchschnitt.

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